Heimatschrift für die Kreise Paderborn und Höxter

Heimatschrift für die Kreise Paderborn und Höxter

180 / Weihnachten 2018

Kann man eine Revolution vergessen? Anscheinend ja. Im November 1918 brach auch in Paderborn das Kaiserreich wie ein Kartenhaus zusammen. Die alten Eliten zogen die Köpfe ein. Die Macht fiel dem am Morgen des 9. November auf dem Militärflughafen in Mönkeloh gewählten Soldatenrat kampflos in die Hände. Für zwei, drei Tage herrschte Chaos in der Stadt. Im Großen und Ganzen aber blieb es vergleichsweise ruhig. Dies war nicht zuletzt dem Paderborner Arbeiter- und Soldatenrat zu verdanken, der Ruhe, Ordnung und Sicherheit gewährleistete und die Befehlsgewalt schon bald an den Volksrat abtrat. Hier dominierte das Zentrum als politische Vertretung des Katholizismus – auch wenn an der Spitze des Rates ein Sozialdemokrat stand. Erstmals in der Geschichte der Paderstadt waren auch zwei Frauen an der politischen Willensbildung beteiligt. Nicht einmal vier Wochen blieben den Paderbornern, um die Wahlen zur verfassunggebenden Nationalversammlung vorzubereiten. Der Aufbruch in die Demokratie gelang. Man kann vor dieser beeindruckenden Leistung der Männer und Frauen, die sich in dieser schweren Zeit politisch engagierten, nur den Hut ziehen. Grund genug, um sich der vergessenen Revolution 1918/19 zu erinnern.

Inhalt

Annette Fischer, Höfische Pracht und Alltagsgeschichte – das Residenzmuseum Schloß Neuhaus, S. 2-5

Wilfried Reininghaus, Die enttäuschten Hoffnungen des Sozialisten Walter Stern aus Niederntudorf 1918/19. Seine Briefe und Postkarten an Konrad Ludwig in Hagen (USPD), S. 6-12

Micahel Beninde, Der Gemeindeforstamtsverband Willebadessen, S. 13-14

Horst Happe, Vor 170 Jahren starb die große westfälische Dichterin Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848), S. 15-18

Rudolf Koch, „Selbstverständlich haben sich bereits Lokomotivführer bereit erklärt, die Lok aus Ottbergen zu überführen …“ Aufstellung und Pflege der Altenbekener Museumslok, S. 24-25

Arnold Otto, Dietrich von Fürstenberg (1618) und Franz-Arnold Wolff-Metternich zur Gracht (1718). Todestage Paderborner Bischöfe, S. 26-28

Antje Telgenbüscher, „Im Namen des Volkes“ oder „Wie konnte ich so tief fallen?“ Ein Beitrag zur deutschen Militärjustiz im Zweiten Weltkrieg, S. 29-34

Heinrich Otten, Architektur vor und um 1980 in Paderborn. Die Architektur des 20., Jahrhunderts in Paderborn (Teil 8), S. 35-39

Wilhelm Grabe, Willi Österdiekhoff – 60 Jahre Ortsheimatpfleger in Ostenland, S. 40

Rezensionen: Stadt- und Kreisarchiv Paderborn u. Amt für Öffentlichkeitsarbeit und Stadtmarketing Paderborn (Hrsg.), Vom Ernst des Lebens. Paderborner Schulgeschichte im Bild, Paderborn 2018 (Klaus Zacharias); Horst Dreier und Christian Waldhoff (Hrsg.), Das Wagnis der Demokratie. Eine Anatomie der Weimarer Verfassung, München 2018 (Josef Köhne); Denkmaltopographie der Bundesrepublik Deutschland – Denkmäler in Westfalen: Kreis Paderborn, Bd. 2.1, Stadt Paderborn, hrsg. vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe und der Stadt Paderborn, bearb. v. Heinrich Otten, Petersberg 2018 (Annette Fischer); Erika Heitmann und Maria Kohle, Geschichte der Gesangbücher und Kirchenlieder im (Erz-)Bistum Paderborn, Bd. 2, 1726-1818, Paderborn 2918 (Klaus Zacharias)

Literaturteil: Texte und Gedichte von Emlin Borkschert, Sandra Brökel

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